Mit unterschiedlichen Gestaltungsmethoden zur Figurenentwicklung fördert das Projekt die Freude am darstellenden Ausdruck und eignet sich sowohl für spielfreudige Menschen mit fortgeschrittenen theatralen Erfahrungen als auch für Anfänger/innen.

Und darum geht’s:

„Sie werden sehr schnell merken, Sie sind umgeben von Idioten!“, lautet sein warnender Hinweis an Zugezogene und er selbst stürzt sich mit unbändiger Energie in den Kampf gegen eine Welt, deren bedrohlicher Fortschritt so schwindelerregend schnell vonstatten geht, dass ihm ein Schritt-Halten in den vorherrschenden Lebensbedingungen unerträglich geworden ist.

Was lässt sich nach langer Reihe schicksalhafter Verlust-Erfahrungen und existentieller Bedrängnis den Zumutungen des Lebens entgegensetzen?

Gelingt als finaler persönlicher Triumph durch radikale Abkehr vom Leben der Kampf gegen Windmühlen-Flügel?

Ganz entgegen der unerbittlichen Schwarz-Weiß-Malerei einer verhärteten Weltsicht kommt für ihn und sein Umfeld überraschend eine beziehungsreiche und vitale Entwicklung in Gang …


Alle Teilnehmenden erschaffen im vielfältig kreativ angelegten Zugang für ihr Spiel einen eigenen Charakter, der sich über verschiedene spielpraktische Stationen entfalten und vertiefen wird.

Das im Ensemble entstehende theatrale Beziehungsgefüge und der Reichtum an Ansichten, Prägungen sowie Konflikten der einzelnen Figuren werden die Grundlage unserer tragi-komischen Geschichte bilden.


Die Produktion „Uwes Welt“ entwickelt sich in den gemeinsamen Theaterstunden durch die szenischen Begegnungen der Figuren und kommt als konzentriertes Projektergebnis zur Aufführung:

Sonntag, 5.4.2020, 18 Uhr im Theater an der Marschnerstraße.

Karten (zu 10 € auf allen Sitzplätzen) erhalten Sie über c.steinberg@projekttheater-steinberg.com

oder

an der Abendkasse des Theaters an der Marschnerstraße.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch unserer Inszenierung!
Herzlich Willkommen!

Mediales Theater in freier Bearbeitung der Komödie „Ein Florentiner Hut“ von Eugène Labiche

Als 1851 Eugène Labiches „Un chapeau de paille d’Italie“ in Paris uraufgeführt wurde, war der Prototyp der rasanten französischen Boulevard-Komödie geboren. Bis in die heutige Zeit begeistert die französische Theaterkultur mit ihren stets nachwachsenden turbulenten Verwechslungskomödien in fulminant professionellen Darbietungen, deren Temperament ihresgleichen sucht.

Das reizte uns, ein mediales Bühnenexperiment zu wagen: Die Umsetzung der Komödie mit Erwachsenen in einer gleichmäßig auf das Ensemble verteilten Rollenkonstellation, in der im personalen Spiel die Handlung auf der Bühne vorangetrieben wird, während Photoaufnahmen von Paris unter Montage von Standbildern der Darstellenden die Kulissen für die Hetzjagd quer durch die „Stadt der Liebe“ stellen. Fünf Filmeinspielungen führten so in witziger Photo-Roman-Manier zu den diversen Schauplätzen der pulsierenden Großstadt Paris.

Die Handlung selbst lebt ausschließlich von den Verwicklungen, die eine ganze Lawine von absurden Missverständnissen und sich beschleunigenden Problemen nach sich ziehen: Auf dem Weg zum Standesamt gerät der Bräutigam aus Versehen in die missliche Situation, einer fremden Dame auf der Stelle Ersatz für ihren zerstörten auffälligen Strohhut zu beschaffen – ihr Lebensglück hängt davon ab und entsprechend dringlich droht dem Bräutigam die vollständige Vernichtung seiner Existenz. Parallel zur angestrebten Trauungszeremonie versucht er, gegenüber seiner ihn auf Schritt und Tritt begleitenden Hochzeitsgesellschaft und natürlich seiner Braut diesen Auftrag zu vertuschen und ihn gleichzeitig durch schnelle Erledigung loszuwerden.

Labiche ging es in erster Linie nicht um die Auflösung der vertrackten Situationen – sie geschieht mit einer finalen Geste schließlich fast von allein – sondern um die Vertuschung der Wahrheit: Menschliche Abgründe tun sich während dieser Jagd auf, treiben sich selbst bitterböse auf die Spitze und werden schleunigst zugedeckt … Viel ließ sich für uns auf der Grundlage der frei erspielten Rollen in unserer Adaption völlig neu erfinden und so entstand ein modernes Bühnenstück, in dem es in großer Leichtigkeit um ein spaßhaftes „Nichts“ geht, in dem aber alles eigentlich Tragische zur Geltung kommt.

Die Photoaufnahmen für die Pariser Kulissen entstanden auf einer meiner Kultur-Reisen in die Hauptstadt, in der auf 150 Bühnen täglich Theater gespielt wird.
Per Green-Screen-Technik transponierten wir das vollständige Ensemble dahin …

Die letzten Sekunden des Stücks …

Es spielten
Barbara Ehlers (Klotilde, 1. Schwester der Braut), Christa Walter (Blumette, 2. Schwester der Braut), Franziska Biermann (Katja, die Braut), Tanja Landschoof (Bibo, Freundin von Elvira), Bettina Stolzenburg (Elvira, die Frau mit dem Hut), Frank Tiedemann (Eric, der Bräutigam), Igor Baumgarten (Pierre, Erics Freund), Susanne Harms (Klara, Erics Schwester), Maren Schuback (Larissa, Erics 1. Cousine), Antje von Stemm (Kiki, Erics 2. Cousine), Katrin Lange (Elsa, eine Freundin der Familie), Jens Harms (Björn, Elsas neuer Freund), Andreas Leuze (Antoine, der Erbonkel), Doris Mehnert (Sirna-Giselle, Erics Ex-Umworbene), Dimitri Korowin (Alexander, ein Tourist), Karin Köninger-Werner („die Gräfin“ in einer Gastrolle)

Plakatgestaltung: Franziska Biermann

Bildkorrekturen: Antje von Stemm

Projektleitung, Textbearbeitung und Photographie: Christine Steinberg

„Antigone“ von Sophokles aus der Sicht Kreons

Im Februar 2019 fanden sich in Hamburg für den Zeitraum von acht Wochen zwölf Mütter und Väter sowie drei junge Erwachsene zusammen, um ein berühmtes Dramen-Thema, den Autoritätskonflikt der ,,Antigone“ von Sophokles, in völlig neuer Perspektive theatral zu entfalten, nämlich die Konfrontation und die in Gang kommende Entwicklung aus der Sicht der Elternfigur: Kreon.

So lehnt unser Projektstück einerseits an der antiken griechischen Tragödie an, vermittelt aber ein bislang noch nie gezeigtes Geschehen: die Innenwelt Kreons, die bei uns von elf Figuren verkörpert wird. Unterstützt wird diese psychologische Rollenaufstellung durch unser im Ensemble kreiertes Kostümkonzept, das mehrere Aspekte aufgreift (siehe „Atelier“, „Kostüme – Kreons Vermächtnis“):

Die Farben wurden aus der Skala von steinigem Beige über Brauntöne bis zu flammendem Ziegelrot gewählt und knüpfen an kraftvolles, archaisch anmutendes Erdreich an. Je nach königlichem Rang erscheinen goldene Accessoires und schlichte Goldbänder. Je nach Rolle herrscht eine Farbe bzw. Farb-Kombination vor: je standhafter, ,,erdiger“ die Rollenanlage,
umso dunkler ist das Kostüm. Je flüchtiger oder vergebens die vertretene Haltung ist, umso heller ist die Farbgebung. Je provokativer, desto röter. Dies korrespondiert mit der Qualität der Dichte: sie reicht von dicht gewebtem Stoff zu gazeartiger umflatternder Qualität.

In Kürze erscheint hier der neu gestaltete Trailer zur Aufführung.

Es spielten
Franziska Biermann (Unentschlossenheit), Barbara Ehlers (egozentrische Verzweiflung), Susanne Harms (kommentierende Vernunft), Tanja Landschoof (das ,,innere Kind“), Katrin Lange (Vermittlung zwischen den Generationen), Gabi Schneider (Wankelmut mit Hang zur Wut), Antje von Stemm (Intuition, ,,Fremdes“), Bettina Stolzenburg (Tradition, Staatsräson), Doris Mehnert (Einblick ins Schicksal), Igor Baumgarten (Tatkraft, Gehorsam), Jens Harms (Aggression), Frank Tiedemann (Kreon), Natalija Mihailovic (Antigone), Katharina Keite (Ismene), Kay Rummenie (Haimon)

Photographie: Eva Maria Steinberg

Filmaufnahme: John Mio Mehnert

Plakatgestaltung: Franziska Biermann

Projektleitung, Kostümerstellung, Textbearbeitung: Christine Steinberg