Kreons Vermächtnis (2019)

„Antigone“ von Sophokles aus der Sicht Kreons

Im Februar 2019 fanden sich in Hamburg für den Zeitraum von acht Wochen zwölf Mütter und Väter sowie drei junge Erwachsene zusammen, um ein berühmtes Dramen-Thema, den Autoritätskonflikt der ,,Antigone“ von Sophokles, in völlig neuer Perspektive theatral zu entfalten, nämlich die Konfrontation und die in Gang kommende Entwicklung aus der Sicht der Elternfigur: Kreon.

So lehnt unser Projektstück einerseits an der antiken griechischen Tragödie an, vermittelt aber ein bislang noch nie gezeigtes Geschehen: die Innenwelt Kreons, die bei uns von elf Figuren verkörpert wird. Unterstützt wird diese psychologische Rollenaufstellung durch unser im Ensemble kreiertes Kostümkonzept, das mehrere Aspekte aufgreift (siehe „Atelier“, „Kostüme – Kreons Vermächtnis“):

Die Farben wurden aus der Skala von steinigem Beige über Brauntöne bis zu flammendem Ziegelrot gewählt und knüpfen an kraftvolles, archaisch anmutendes Erdreich an. Je nach königlichem Rang erscheinen goldene Accessoires und schlichte Goldbänder. Je nach Rolle herrscht eine Farbe bzw. Farb-Kombination vor: je standhafter, ,,erdiger“ die Rollenanlage,
umso dunkler ist das Kostüm. Je flüchtiger oder vergebens die vertretene Haltung ist, umso heller ist die Farbgebung. Je provokativer, desto röter. Dies korrespondiert mit der Qualität der Dichte: sie reicht von dicht gewebtem Stoff zu gazeartiger umflatternder Qualität.

In Kürze erscheint hier der neu gestaltete Trailer zur Aufführung.

Es spielten
Franziska Biermann (Unentschlossenheit), Barbara Ehlers (egozentrische Verzweiflung), Susanne Harms (kommentierende Vernunft), Tanja Landschoof (das ,,innere Kind“), Katrin Lange (Vermittlung zwischen den Generationen), Gabi Schneider (Wankelmut mit Hang zur Wut), Antje von Stemm (Intuition, ,,Fremdes“), Bettina Stolzenburg (Tradition, Staatsräson), Doris Mehnert (Einblick ins Schicksal), Igor Baumgarten (Tatkraft, Gehorsam), Jens Harms (Aggression), Frank Tiedemann (Kreon), Natalija Mihailovic (Antigone), Katharina Keite (Ismene), Kay Rummenie (Haimon)

Photographie: Eva Maria Steinberg

Filmaufnahme: John Mio Mehnert

Plakatgestaltung: Franziska Biermann

Projektleitung, Kostümerstellung, Textbearbeitung: Christine Steinberg