Kostüme – Maskenbau

Das Agieren in Groß- und Halbmasken ist eine eigene reizvolle Spielform. Sie ermöglicht den Darstellenden ein Höchstmaß an Verfremdung des personalen Auftritts, erfordert eine Intensivierung ungewohnter Bewegung und erzeugt eine ihr ganz eigene effektvolle Bühnenwirksamkeit.

In einem meiner Oberstufenkurse entwickelten wir ein abendfüllendes Commedia-Stück, das auf dem selbsterdachten Maskenkonzept und den sich daraus entwickelten Rollenanlagen basierte. Eindrücke zum Projekt sehen Sie hier.

Wulf Schlünzen und Karin Hüttenhofer haben eine Form des Maskenbaus entwickelt, der mit einfachen Mitteln herzustellen, leicht zu tragen und in allen Altersgruppen phantasievoll im Bühnenspiel einzusetzen ist.

So bereichern diese weit über die Möglichkeiten reiner Schmink-Masken hinaus nicht nur reine Commedia-Projekte (siehe „Commedia – Von Herren, Dienern, Mäusen und Kohle (2013)“), sondern auch Inszenierungsideen, die wie in den folgenden Fällen drollige nicht-menschliche Wesen ins Rolleninventar aufnehmen.

Im Klassensatz entstanden zunächst für das Projekt „Nimmerland (2013)“ der Profilklasse des 6. Jahrgangs des Corvey-Gymnasiums die Masken für die Elfenwesen des Kensington-Parks.

Den Anfang einer individuell angepassten Maske macht ein Abdruck des Gesichtes mit Gips-Binden.

Die Hohlform wird mit Gips ausgegossen, dieser erstarrt, die Gips-Binden werden vorsichtig entfernt – vor uns liegt das Gesicht als Positiv-Abdruck.
Mit Ton wird auf ihr die gewünschte Masken-Form modelliert.

Die Ton-Plastik wird in drei Lagen Papp-Maschee kaschiert, nach dem Trocknen als nun federleichte Maske vorsichtig abgenommen, an den Rändern verstärkt und schließlich mit verdünntem Holzleim versiegelt.

Es folgt die Grundierung (in Weiß) und die erste Farbschicht des gewählten Grundtons.

Sodann unterstützt das Auftragen mehrerer dünner Pigmentschichten den plastischen Eindruck der ausdrucksstarken Maske.

Projektleitung, Texterarbeitung, Elfen-Kostüme: Christine Steinberg

Idee, Maskenbau, Photographie, Plakat: Wulf Schlünzen, Karin Hüttenhofer


Die neu eingerichtete Theater-AG der 5./6.Klassen entwickelte mit „In einem weiten verrückten Wald (2017)“ ihre sehr eigene Version von Paul Maars witziger Geschichte um ein vegetarisches Ungeheuer (ein verwunschenes, wie sich später herausstellt …).

Dazu erfanden wir die spezielle Belebung des Waldes, in der nicht nur die Bäume, sondern auch flippige Wald-Wesen ihr freundliches Unwesen und eine ganze Menge Schabernack treiben.


Als vollkommen frei erfundene Fortsetzung – das vegetarische Ungeheuer wollte partout niemand erlösen, nun waren noch Fragen offen – folgte im Jahr darauf „Neues aus dem weiten verrückten Wald“. Wieder tauchten die merkwürdigen Wald-Wesen auf, diese hatten es bei den yoga-erprobten Bäumen jedoch nicht so leicht wie ihre Vorgänger …

Projektleitung, Texterarbeitung, Photographie, Großmaskenbau: Christine Steinberg

Die Kostüme entstanden in meinem Atelier während der Projekte „Zwischen Baum und Borke (2016)
sowie
„Einer kam durch! (2015)“

„Einer kam durch!“ – Ein märchenhaftes Stück teilverwunschener Wesen (Jahrgang 5)

Projektleitung: Christine Steinberg

Photographie: Peter Bruns (www.peterbrunsphoto.de)


Anleitungen zum Maskenbau:
Karin Hüttenhofer, Wulf Schlünzen: Masken, Schatten, Projektionen.
(Commedia dell‘Arte, Großmasken, Kostümobjekte, Schattentheater, Mediales Theater.) Werkstatt Schultheater für die Sekundarstufen I und II. Themenheft DS 5. Hamburg 2009.
80 S. DIN A4. 12,- € ,
Bestellung über E-Mail: wulf.schluenzen@schultheaterhamburg.de